Chemiecocktail statt Naturkosmetik

Horrorszenario: Chemie-Cocktail statt Naturkosmetik [Video]

Heutzutage zeichnen sich jede Menge Kosmetika dadurch aus, dass sie scheinbar ökologische Inhaltsstoffe aufweisen, in Wahrheit jedoch kaum natürliche Präparate enthalten. Ganz im Gegenteil: Häufig sind sie sogar mit krebserregenden Substanzen ausgestattet. Auch auf „The Body Shop“ und „Kiehl’s“ sollte man laut aktuellem Erkenntnisstand nicht blind vertrauen.

Naturkosmetik – ein Testergebnis, das nachdenklich stimmt

Das Magazin „Öko-Test“ überprüfte kürzlich insgesamt 34 Produkte, die der Naturkosmetik angehören. Die Experten konnten kaum fassen, was das Ergebnis ihnen mitteilte: Kaum ein als Naturkosmetik ausgeschriebenes Produkt weist lediglich natürliche Inhaltsstoffe auf. Viel häufiger kommt es vor, dass man im Cocktail der Chemie fast schon mit einer Lupe nach diesen Ausschau halten muss, um sie aufzuspüren.

Naturkosmetik – Rechtlich zu wenig abgesichert

Naturkosmetik

Mogelpackung Naturkosmetik

Grund dafür, dass der Etikettenschwindel straffrei aufrechterhalten werden kann, ist die Tatsache, dass die Begriffe „Natur“ und „natürlich“ keinem rechtlichen Schutz unterliegen. In sage und schreibe 15 bis 60 Prozent aller getesteten Shampoos, Lotionen, Cremes, Duschgels sowie Haarfärbemitteln fanden die Experten künstliche und chemische Bestandteile. Nicht wenige von ihnen sind umstritten und eine Gefahr für den Menschen. Das Fass zum Überlaufen brachten Konservierer, die dazu fähig sind, krebserzeugendes Formaldehyd abzugeben. Dabei mag der eine oder andere von Ihnen denken, dass sich diese Fehler nur bei kleinen und unbekannten Herstellern einschleichen. Doch damit fehlen Sie weit: Auch klassisch konventionelle Hersteller, zu denen unter anderem Schwarzkopf & Henkel zählt sowie jene, die sich eindeutig als grün beschreiben wie beispielsweise „The Body Shop“ oder „Yves Rocher“ schreiben ihre Chemie-Cocktails fälschlicherweise als Naturkosmetik aus.

 

Naturkosmetik – Gefährliche Substanzen wohin das Auge reicht

Das Magazin „Öko-Test“ überprüfte unter anderem das Produkt „Biotherm Multi Recharge Ginseng-Gesichtspflege“. Dieses enthält insgesamt 58 Inhaltsstoffe. Davon sind ganze 28 Substanzen rein chemischer Natur und reichen von UV-Filtern über künstlich hergestellte Farbstoffe bis hin zu auf erdölbasierten Fetten. Das im Produktnamen erwähnte Ginseng dagegen befindet sich in der nach Menge geordneten Zutatenliste ganz hinten. Sie können sich Gedanken darüber machen, wie wenig davon dieses Naturkosmetik Produkt enthält, obwohl der Produktname so vielversprechend klingt.

Auch die „Palmolive Naturals Olive & Feuchtigkeitsmilch Cremedusche“ von Colgate-Palmolive wurde bei dieser Gelegenheit einem Test unterzogen. Obwohl die Verpackung dieses Naturkosmetik Produkts einen 100 prozentigen Anteil an natürlichen Inhaltsstoffen verspricht, sind in Wahrheit nur weniger als 0,5 Prozent an Aloe-Vera- sowie Oliven-Extrakt enthalten.

Außerdem sollen die PEG/PEG-Derivate  im Produkt „Caudalíe Pulpe Vitaminée Creme für Augen und Lippen“ pflanzlicher Natur sein. Stattdessen werden PEG/PEG-Derivate mithilfe einer konsequenzenreichen Substanz hergestellt. Diese birgt die Gefahr einer Verunreinigung mit krebsverdächtigem Dioxan. In echter Naturkosmetik sind PEG/ PEG-Derivate verboten.

Auch Düfte werden chemisch hergestellt

Auch Duft-Hersteller machen vor chemischen Inhaltsstoffen nicht Halt.  Hierzu zählen zum Beispiel das Burt’s Bees- Produkt, die L’Occitane Rose 4 Reines Body Milk sowie die Duschgele von Crabtree & Evelyn oder Bronnley, die mit Abbildern von großen Blumen bestechen. Auch die„Natural Soap“ von Nesti Dante enthält künstliche Farbstoffe. Gleiches gilt für die Gesichtspflege von Yves Rocher sowie für die beliebte Körperbutter von „The Body Shop“.

 Naturkosmetik vs. naturnahe Kosmetik – So können Konsumenten sie unterscheiden

In etwa 7 Prozent des Marktanteils wird von der Naturkosmetik eingenommen, 8 Prozent dagegen von der naturnahen Kosmetik. Letztere charakterisieren sich vor allem durch ihre grün angehauchte Farbe und dadurch, dass sie den Konsumenten mit viel Natur und mit wenig Chemie konfrontieren möchten. Exemplarisch seien an dieser Stelle die Produkte „Balea Nature“ und „Nivea Pure & Natural“ erwähnt. Bedenken Sie jedoch, dass diese Kosmetika die Standards der standardisierten Naturkosmetik nicht erfüllen. Sie sind daher nicht mit den entsprechenden Logos ausgestattet. Dahingegen  sind Produkte, die der echten Naturkosmetik angehören, mit ein bis zwei anerkannten Logos –„Ecocert“, „Natrue“ oder „BDIH-kontrollierte Naturkosmetik“ – versehen. Diese Kosmetika zeichnen sich dadurch aus, dass sie keinerlei synthetische Duft- und Farbstoffe, Paraffine und Silikone enthalten. Produkte, die den höchsten Standards entsprechen wollen, müssen „Ecocert“ und „Natrue“ zufolge einen Bioanteil von mindestens 95 Prozent aufweisen.

Also wenn Sie Naturkosmetik kaufen wollen achten Sie auf die Prüfsiegel und die Inhaltsstoffe

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3 Kommentare zu “Chemiecocktail statt Naturkosmetik”

  1. Lilli Corleona

    Sep 28. 2013

    Dass der Body Shop sich Naturkosmetik nennt find ich sowieso ein Witz. Die ganzen Körperbutter-Produkte enthalten Sillkone.
    Ärgerlich so dreist belogen zu werden!

    Danke für die Aufklärungsarbeit : )

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  2. inge josel

    Jan 04. 2014

    Genau das was ich in meinen natur pur selbermacher Kursen immer wieder erzähle… ich habe noch nie eine Creme oder Lotion mit 58 Zutaten gerührt… Der trend seine kosmetik einfach selber zu machen geht für mich eindeutig in die richtige Richtung. Da weiss ich was drin ist! Und wenn ich zB Ringelblumenöl verwende ist die Dosierung garantiert nicht an den letzten Stellen…

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  3. inge josel

    Jan 04. 2014

    Genau das erzähle ich immer wieder meinen Kunden die ihre Kosmetik einfach selber machen wollen in den Selbermacher-Kursen! Ich brauche keine 58 Zutaten für eine selbstgefertigte Creme oder Bodylotion! Und wenn ich selber rühre, weiss ich was drin ist! Wenn ich die herrliche Ringelblume miteinbringen will, dann ist sie auch entsprechend weit vorne an Menge – naturnah einfach selbstgemacht ist die Devise! Die Menschen wissen mittlerweile sehr gut, was sie auf ihre Haut lassen wollen und was nicht! und selbermachen ist ja sooo einfach…

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