Stiftung Warentest – Deutschlands Verbraucherbibel

Stiftung Warentest eine von zwei Bibeln der deutschen Verbraucher?

Teil 2 – Stiftung Warentest

Stiftung WarentestLaut einer Forsa-Umfrage kennen mittlerweile 95 % aller deutschen die Stiftung Warentest. Und ein Drittel von ihnen verlässt sich bei wichtigen Kaufentscheidungen auf deren Testergebnisse. Denn die meisten Befragten finden die Testergebnisse der Stiftung Warentest nützlich, vertrauenswürdig, zuverlässig, objektiv und kompetent. Das Vertrauen, welches wir Deutschen der Stiftung Warentest entgegenbringen, ist größer als das Vertrauen in die Polizei, die Kirche dem Deutschen Roten Kreuz oder unserer Politik.

Gegründet wurde die Stiftung Warentest im Jahr 1964 auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestags, der die Durchführung vergleichender Tests forderte, um dem Verbraucher eine unabhängige und objektive Information zu im Handel angebotenen Produkten zu bieten.

Aufgaben der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest soll nach strengen wissenschaftlichen Methoden vergleichende Untersuchungen und Tests von Waren und Leistungen durchführen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen, sollen dann neutral, für jeden verständlich und sachgerecht erläutert und in der bekannten Zeitschrift veröffentlicht werden. Sie alle kennen diese Gütesiegel oder Testergebnisse, die von sehr gut, gut, befriedigend, über mangelhaft und durchgefallen reichen. Mit mehr als 5000 Tests an über 100.000 Produkten haben die Mitarbeiter der Stiftung Warentest ein enormes Arbeitspensum an den Tag gelegt. Durch den hohen Bekanntheitsgrad der Stiftung Warentest haben sie mit ihren Testergebnissen und Bewertungen einen wirklich ausschlaggebenden Einfluss auf das Kaufverhalten von uns als Verbrauchern. Denn gute Bewertungen von Produkten sind ausschlaggebend für Umsatzsetiegerungen und mehr Produktverkäufe, währenddessen schlechte Bewertungen immer wieder zu hohen Umsatzeinbußen und auch zu Schadensersatzklagen führen. Die Angst vor den Testern ist bei den Unternehmen in Deutschland ist riesengroß, denn maximal nur 5-10 Klagen werden im Jahr gegen Deutschlands einflussreichste und bekannteste Institution geführt.

Hier der Imagefilm der Stiftung Warentest

[vsw id=”TJmzn2vD0S0″ source=”youtube” width=”425″ height=”344″ autoplay=”no”]

Finanzierung der Stiftung Warentest

Zum größten Teil finanziert sich die Stiftung Warentest durch den Verkauf ihrer Publikationen „Test“ und „Finanztest“ da aber sämtliche Publikationen die veröffentlicht werden Anzeigen frei sind erhält die Stiftung jährlich eine Ausgleichszahlung vom Staat in Höhe von ca. 10 % ihrer Einnahmen. Derzeit sind es ca. 6 Millionen €. Seit dem Jahr 2013 erhält die Stiftung Warentest aber auch Finanzen aus den Lizenzgebühren für Ihre Testsiegel mit denen die Hersteller werben dürfen.

Wie testet die Stiftung Warentest

Die Mitarbeiter der Stiftung Warentest erstellen ein so genanntes Prüfungsprogrammen und kaufen dann dafür die vorgesehenen Produkte anonym im Handel ein. Externe unabhängige Labor prüfen dann die waren im Auftrag der Stiftung Warentest. Letztendlich veröffentlicht dann die Stiftung Warentest ihre Untersuchungsergebnisse und vergibt ihre Bewertungen. Wie genau der Ablauf funktioniert können Sie auf den Seiten der Stiftung Warentest hier nachlesen.

Kritik an der Stiftung Warentest

Anders als noch vor 50 Jahren steht die Stiftung Warentest heute nicht mehr ganz allein für Testergebnisse. Mittlerweile offerieren viele Portale im Internet ihre Dienste. Hier können Sie als Verbraucher direkt zum Besten geben, was Ihnen gefällt und was nicht.Auch an den Kiosken können Sie mittlerweile Dutzende von Testzeitschriften kaufen. Natürlich sind wissenschaftlich fundierte Tests und Untersuchungen immer besser, als wahllos aus dem Internet gegriffen Informationen. Denn das Internet ist immer noch kein Lexikon sondern eine Plattform, auf der immer mehr Menschen ihre Meinungen preisgeben können. Das ist natürlich gut für uns Verbraucher,  aber die Flut an Informationen ist mittlerweile so groß, dass der Laie nicht mehr durchblickt und auch gar nicht wissen kann ob die Empfehlung eines anderen Kunden wirklich seinen eigenen Bedürfnissen entspricht.

Immer wieder steht die Stiftung Warentest in der Kritik,

  • weil Hersteller mit den schlechten Bewertungen ihrer Produkte nicht einverstanden sind,
  • weil viele Tests nur einen kleinen Ausschnitt des Marktes abbilden,
  • weil viele Kunden merken dass die Unterlagenbedingungen erzielten Ergebnisse nichts mit der Praxistauglichkeit eines Produkts zu tun haben,
  • weil künftig sogar Lizenzgebühren für die Werbung Ihrer Gütesiegel gezahlt werden sollen und damit die Unabhängigkeit der Stiftung Warentest infrage gestellt wird.
Ich als Leser der Stiftung Warentest

Seit mittlerweile zehn Jahren lese ich regelmäßig die Stiftung Warentest, da ich mich über die Inhaltsstoffe in Kosmetik informieren wollte. Doch meine Erfahrung zeigt mir, das Verbraucher gut daran tun, selbst der Stiftung Warentest nicht blind zu vertrauen, denn auch die Stiftung unterliegt wirtschaftlichen Zwängen, die meiner Meinung nach Einfluss auf die Testergebnisse nehmen können. Außerdem ist mir bei der Auswertung der Tests immer wieder aufgefallen, dass die Testergebnisse nicht meine Erwartungen erfüllen konnten bzw. nicht das getestet wurde was ich mir eigentlich erhofft habe. Das ist sicherlich nicht immer die Schuld der Stiftung Warentest, denn bei der unheimlichen großen Produktfülle am Markt ist es sicherlich nicht einfach, immer die richtigen Produkte und Kriterien zu finden nach denen man testen sollte. Trotzdem werde ich weiterhin ein treuer Leser dieser Zeitung bleiben und die Tests verfolgen auswerten und für meine Leser interpretieren.

Fazit: Vertrauen Sie nicht blind der Stiftung Warentest

Advertisement

Keine Kommentare vorhanden

Schreiben Sie einen Kommentar