Palmöl in Kosmetik gefährdet uns und unsere Umwelt [Video]
Tropisches Palmöl ist heutzutage in zahlreichen Kosmetika enthalten. Die Stiftung Warentest hat kürzlich die Auswirkungen von Palmölplantagen, aus deren Früchten das Palmöl gewonnen wird, auf Mensch, Tier und Umwelt geprüft und stellte fest: Die Schäden sind mehr als massiv. Welche Probleme existieren und können Menschen, Tiere und Pflanzen auf eine Verbesserung der Situation hoffen? Oder bleibt sogar alles ausweglos? Wir klären auf.
Palmöl in Kosmetikprodukten – Wozu eigentlich?
Einst dienten Kosmetikprodukte lediglich der Aufrechterhaltung beziehungsweise Wiederherstellung eines schönen und gepflegten Erscheinungsbilds. Mittlerweile ist dies für Kosmetikhersteller längst nicht mehr ausreichend. Immer mehr ist das Ziel, herauszufinden, wie sich unterschiedliche Produkte zusammensetzen in den Vordergrund getreten. Damit in Verbindung steht selbstverständlich auch die Frage nach der Art und Weise, wie man die Kosmetika selbst herstellt. Außerdem rückt das Interesse bezüglich gefährlicher Inhaltsstoffe kontinuierlich stärker in den Fokus. Zu erstaunlichen Erkenntnissen gelang man kürzlich im Hinblick auf das Palmöl, das sich in den meisten Kosmetikprodukten befindet, weil es das notwendige Glycerin sowie die bedeutenden Fettsäuren liefert. Ohne diese Bestandteile könnte weder das Shampoo schäumen, noch die Seife reinigen, geschweige denn die Bodylotion eine geschmeidige Haut herbeiführen.
Palmöl in Kosmetik und die Auswirkungen
Wohin auch immer man sein Auge richtet – ob Mensch, Tier oder Umwelt – Palmöl – Plantagen stellen eine Gefahr für alle diese Lebewesen dar. Palmölplantagen wachsen lediglich in den Tropen. Weil immer mehr Kosmetikhersteller auf diesen Rohstoff zurückgreifen, verdoppelte sich die Ausbeutung dort innerhalb der letzten Jahre auf in etwa 8,2 Millionen Tonnen. Die Folgen für Malaysia und Indonesien konnte zu Beginn noch fast niemand abschätzen: Damit neue Palmölplantagen wachsen können, musste man Regenwaldfläche roden, Ureinwohner vertreiben und bedrohte Tierarten wie beispielsweise den Orang-Utan seinem Schicksal überlassen.
[vsw id=”RuVh-Zw63X4″ source=”youtube” width=”425″ height=”344″ autoplay=”no”]
Wie können Kosmetika Hersteller dem Dilemma ein Ende bereiten?
Im Grunde ist es für Kosmetika Hersteller sehr schwierig, auf eine alternative Möglichkeit der Palmölgewinnung zurückzugreifen. Sie müssten Palmöl beziehen, das durch Bioanbau oder durch fairen Handel gewonnen wird. Dieses ist jedoch sehr selten und wenn überhaupt, dann fast ausschließlich in Naturkosmetika enthalten. Nichtsdestotrotz muss es Veränderungen geben, um Mensch, Tier und Umwelt langfristig nicht ins Verderben zu stürzen. So zum Beispiel ist es notwendig, darauf zu achten, dass man beim Anbau auf Pestizide verzichtet. Des Weiteren muss verboten werden, dass weiterhin Torfböden in Ölplantagen umgewandelt werden. Umwelt- und Tierschützer müssen allerdings künftig zur Kenntnis nehmen, dass auch künftig kein gänzlicher Verzicht auf Palmölplantagen zu verzeichnen sein wird. Schließlich ist das Palmöl deutlich ertragreicher und günstiger als Raps oder Soja. Außerdem weist es ganz andere Eigenschaften auf. Einzelne Kosmetika Hersteller greifen in letzter Zeit deshalb auf die Option zurück, Tenside in ihren Produkten zu reduzieren. Dadurch wird der Bedarf an Rohstoff sowie die Entstehung von Treibhausgasen durch die Produktion um sage und schreibe 8 bis 20 Prozent vermindert. Fairer Handel, Verzicht auf Tierversuche, Verwendung von Kokosöl anstatt Palmöl sowie mehr Klimaschutz sind weitere Möglichkeiten, um als Hersteller von Kosmetikprodukten etwas zum Schutz der einzelnen Lebewesen beizutragen.

